Visuelle Inspektion von Minenseilen - Minespect®

Überblick

Seile in Minenschäften sind ein sicherheitrelevantes Thema. Die visuelle Inspektion der Förder- und Tragseile dient zur Vermeidung von katastrophalen Ausfällen und soll gleichzeitig eine schnellere Schadensbeseitigung erlauben, damit das Seil möglichst lange betriebsbereit bleibt.

Anwendung und Vorteile

Um eine Verschlechterung des Seilzustandes festzustellen, muss die visuelle Prüfung verschiedene Problembereiche sicher identifizieren:

  • Eine schnelle Zunahme von Drahtbrüchen
  • Gebrochene oder abgeschnittene Litzen
  • Verringerung des Seildurchmessers
  • Zunahme der Schlaglänge
  • Starke Korrosion
  • Abschürfungen, Quetchungen, Stauchungen

Eine visuelle Inspektion sollte in regelmäßigen Abständen (zumeist täglich) stattfinden. Die Beurteilung des Seilzustandes ist aufgrund verschiedener Umfeldfaktoren jedoch schwierig:

  • Verfügbarkeit von geschultem Personal
  • Harte Umfeldbedingungen für hoch-qualifiziertes Personal durch Staub und starken Luftzug
  • Seilgeschwindigkeit macht das Erkennen von Veränderungen des Seildurchmessers und der Schlaglänge fast unmöglich
  • Zeitfenster für die Inspektion sind aufgrund der hohen Betriebskosten sehr kurz und damit werden Problembereiche auf dem Seil leicht übersehen

Leicht nachzuvollziehen ist daher, dass eine visuelle Inspektion nicht immer in der Lage sein kann, kritische Verschlechterungen des Seilzustandes zu detektieren. Darunter sind z.B.:

  • Drahtbrüche: Jeder Drahtbruch reduziert die Tragfähigkeit des Seils, (EN 12927-6 oder ANSI B 77.1-2011/ANSI M 11.1 für weitere Details). Die Anzahl der Drahtbrüche definiert die Ablegereife eines Seils.
  • Seildurchmesser: Nach einer initialen Reduktion bei neuen Seilen, stabilisiert sich der Seildurchmesser um dann im weiteren Lebenszyklus sukzessive abzunehmen. Aber isolierte und schnelle Durchmesserverringerungen müssen beobachtet werden um deren Ursache schnellstmöglich zu erkennen.
  • Veränderungen in der Schlaglänge können ein Hinweis auf ungewollte Torsionskräfte sein, besonders im Bereich des Spleißes ist die Schlaglänge zu beobachten und über die Zeit mit dem vorhergehenden Zustand verglichen werden
  • Korrosion verstärkt vorzeitige Ermüdungserscheinungen am Seil und führt somit zur vorzeitigen Ablegereife
Um den Seilzustand über den Zeitablauf zu vergleichen, ist eine Dokumentation des Seiles wichtig, insbesondere um dynamische Veränderungen des Seiles festzustellen. Eine Dokumentation hilft um Schäden schnell zu beseitigen und um eine genauere Einschätzung der Ablegereife durchzuführen.

Mit dem Minespect® System liefern wir eine neue Technologie, die obige Herausforderungen umfassend lösen kann. Das Gerät ist konzipiert und optimiert für den Einsatz an Keope-Schachtförderanlagen zur Prüfung mehrerer paralleler Förderseile. Die Prüfung kann mit hoher Geschwindigkeit und somit parallel zum Förderbetrieb erfolgen. Beim Abbau von Bodenschätzen im Bergbau sind die Förderseile das Herzstück einer Schachtförderanlage. Sie sind im Dauereinsatz, da jede Unterbrechung des Abbaubetriebs erhebliche Kosten verursacht.

Um sicherzustellen, dass die Förderseile in einwandfreiem Zustand sind, werden sie täglich einer visuellen Kontrolle unterzogen. Diese wird üblicherweise von zwei Mitarbeitern durchgeführt, die das Seil im Vorbeilaufen bei einer Geschwindigkeit von 1 m/s inspizieren. Schäden können hierbei sehr leicht übersehen werden, da diese Aufgabe ein hohes Maß an Konzentration erfordert und gleichzeitig oft unter großem Zeitdruck stattfindet. Die Prüfung ist zeitaufwändig und verursacht dadurch nicht zu vernachlässigende Kosten. Zudem ist die Prüfung weder nachvollziehbar noch ist das Prüfergebnis ausreichend dokumentiert, und die Prüfer sind während der Prüfung einer Gefährdung ausgesetzt.

Mit dem Seilprüfsystem Minspect® kann die visuelle Kontrolle der Seile genau, sicher und schnell durchgeführt werden. Die Seiloberfläche wird von 4 Kameras mit einer Geschwindigkeit von bis zu 15 m/s aufgezeichnet. Dadurch entsteht keine Unterbrechung des Förderbetriebs, was eine erhebliche Kosteneinsparung zur Folge hat.

Anschließend werden die Bilddaten automatisch verarbeitet, Durchmesser-und Schlaglängenverlauf über die gesamte Seillänge bestimmt und die Oberfläche nach Abweichungen von der normalen Seilstruktur untersucht. Im Anschluss kann der Bediener das ermittelte Ergebnis begutachten.

Das Prüfgerät ist in zwei Gehäuse aufgeteilt, die auf einem Schlittensystem verschoben werden können. Dadurch können auf einfache Weise mehrere parallele Seile nacheinander geprüft werden.




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