Warum visuelle Seilprüfung

Produkt Winspect

Überblick

Die visuelle Prüfung von Stahlseilen ist in vielen Anwendungen gesetzlich vorgeschrieben und wird meist von zwei Beschäftigten durchgeführt, die das Seil im Vorbeilaufen bei einer Revisionsgeschwindigkeit von weniger als 0,5 m/s kontrollieren.

Dabei treten Gefährdungen und Belastungen durch die unmittelbare Nähe zum bewegten Seil auf. Weitere Probleme erschweren die Prüfaufgabe:

  • Unergonomische Arbeitshaltung
  • Schlechte Beleuchtungsverhältnisse
  • Witterungseinflüsse wie Kälte, Regen und Wind
  • Hohe Konzentrationsbeanspruchung

Zu Beginn der Entwicklung wurde ein Präventionsprojekt „Visuelle Seilprüfung“ der BG BAHNEN durchgeführt, um diese Gefährdungen und Belastungen durch eine technische Unterstützung zu reduzieren. Dabei hat das Institut für Fördertechnik und Logistik der Uni Stuttgart (IFT) unter fachlicher Begleitung durch den VDS e.V. einen praxisgerechten Prototyp entwickelt. Durch schrittweise Optimierung der Technik bietet Winspect GmbH unter Lizenz des IFT nun ein robustes System für die genaue, sichere und wirtschaftliche Prüfung Ihrer Drahtseile.

Funktion

Der Seilumfang wird unter starker, jedoch energiesparender LED-Beleuchtung vollständig von vier Kameras mit einer Auflösung von 0,1 mm/Pixel erfasst und digital gespeichert. Um Seilschäden wie z.B. Drahtbrüche zu erkennen, erfolgt eine teilautomatische Auswertung, die Abweichungen der Seilstruktur als Schadstellen detektiert und ausgibt.

Voraussetzungen für eine nutzbare Aufnahmequalität sind ein ruhiger Seillauf und eine trockene, einsehbare Seiloberfläche. Schmierfilme und Lackschichten hindern – bei der Kamera wie beim menschlichen Auge – die Sicht auf die Seiloberfläche.

Die aufgenommenen Bilddaten werden vom PC automatisch auf Abweichungen von der normalen Seilstruktur untersucht. In Verantwortung des Betriebsleiters werden die detektierten Auffälligkeiten an einem Bildschirmarbeitsplatz bewertet und klassifiziert. Dieser Vorgang ist örtlich und zeitlich vollkommen getrennt von der Aufzeichnung der Daten und kann jederzeit unterbrochen bzw. auch wiederholt werden.

Der Prüfer muss demnach nicht die gesamte Seiloberfläche begutachten, sondern nur noch die Stellen, die von der Regelstruktur des Seils abweichen. Ergebnis der Prüfung ist ein Prüfprotokoll, in dem die detektieren und vom Bediener begutachteten und bewerteten Fehler mit Angabe der Seilmeterzahl aufgeführt sind.

Vergleich Magnetinduktive Prüfung - Visuelle Prüfung

Bei der visuellen Prüfung wird der Zustand der Seiloberfläche erfasst und bewertet, d.h. es werden außenliegende Drahtbrüche, Blitzschläge, Kerben, Klemmstellen und sonstige größere und kleinere Beschädigungen entdeckt. Zusätzlich kann der allgemeine Zustand bewertet werden: Sind Litzengassen oder Drahtlage verschoben, gibt es Korrossion? Zusätzliche werden die Verläufe von Durchmesser und Schlaglänge über die gesamte Seillänge ermittelt. All das sind sehr interessante Informationen, mit denen Sie den Zustand Ihres Seils umfassend bewerten können. Wenn Sie geeignete Maßnahmen gegen die ermittelten Probleme ergreifen, führt das dazu, dass Sie die Lebensdauer Ihres Seils verlängern können!

Bei der magnetinduktiven Prüfung werden nur Drahtbrüche gesucht, innen- und außenliegende. Die magnetinduktive Prüfung wird in der Regel alle paar Jahre von Experten durchgeführt. Die Interpretation der Messergebnisse erfordert viel Erfahrung.

Prof. Dr. Oplatka, Seilexperte aus der Schweiz meint dazu:

"Die visuelle Kontrolle ist vor einigen Jahren als nicht 'High-Tech' und als 'mühsam' in Verruf geraten. Trotzdem sind sowohl die visuelle als auch die magnetinduktive Prüfung vorschriftsgemäß durchzuführen. Keine dieser Prüfungen kann durch häufigere Durchführung der anderen Prüfung ersetzt werden! Mit der visuellen Prüfung können nämlich Schäden festgestellt werden, welche die magnetinduktive Prüfung aus physikalischen Gründen nicht anzeigt und umgekehrt. Zudem können mit der visuellen Prüfung u.U. irreversible Spätfolgen von Schäden vermieden, während mit der MI-Prüfung nur bereits eingetretene Schäden festgestellt werden."

(Quelle: 50 Jahre Seilbahnen der Schweiz, S.124, VTK 2007)

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